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Zweitwohnungen - Planungshilfe ARE

Die hohe Nachfrage nach Zweitwohnungen in alpinen Tourismusregionen und ihre unerwünschten Folgen für die Entwicklung dieser Gebiete (Zersiedelung, Verdrängung der einheimischen Bevölkerung, tiefe Bettenauslastung, Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbilds) stellen die Raumplanung vor grosse Herausforderungen. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass mit einer gezielten Lenkung des Zweitwohnungsbaus die negativen Effekte vermindert und die positiven Effekte für Wirtschaft und Tourismus gefördert werden könne.


Das Bundesamt für Raumentwicklung hat gemeinsam mit Vertretern von kantonalen Fachstellen sowie Experten eine Planungshilfe für die kantonale Richtplanung erarbeitet. Die Planungshilfe zeigt auf, wie die Kantone über die Raumplanung – insbesondere mit dem Instrument des kantonalen Richtplans sowie mit weiteren Massnahmen – eine mit den Zielen und Grundsätzen der Raumplanung übereinstimmende Entwicklung der Zweitwohnungen sicher stellen können.

Stauffer & Studach Raumentwicklung hat im Auftrag das Bundesamt für Raumentwicklung die Planungshilfe erarbeitet. Die Leistungen im Rahmen dieses Mandats umfassten u.a. das Ausarbeiten eines detaillierten Vorgehenskonzepts, das Auswerten und Aufarbeiten verschiedener Grundlagen, das Zusammentragen und Aufzeigen von Strategieelementen und Massnahmen, das Durchführen von Workshops sowie das Verfassen des Berichts.

Mit der Einführung der Zweitwohnungsgesetzgebung des Bundes vom 20. März 2015 wurde der Grossteil der Inhalte der Planungshilfe durch diese Gesetzgebung abgelöst.


Baulandmobilisierung

Die Thematik der Baulandhortung und -mobilisierung wurde von der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP) als eine zentrale Herausforderung erkannt. Welches sind die Instrumente, Massnahmen und Strategien, mit denen die bebaubaren Flächen dem Bodenmarkt zugeführt werden können? Durch die Mobilisierung sollen nicht nur geeignete Flächen für die Bebauung verfügbar gemacht werden, die Mobilisierung führt auch zu einem schonenden Umgang mit den Freiflächen, einer besseren Auslastung der kostenintensiven Infrastruktur und einer flächensparenden Siedlungsentwicklung.

Die ARGE ALP hat die günstige Ausgangslage als internationale Gemeinschaft genutzt und die Möglichkeit wahrgenommen, einen breiten Überblick über bereits getroffene Massnahmen in diesem Bereich – dies auch mit der Absicht vom Nachbar lernen zu können – und gute Ansätze auch im eigenen Planungssystem einzuführen. Gerade diese länderübergreifende Betrachtung hat neue Ansätze zugelassen. Trotz verschiedener Rahmenbedingungen und Gesetzgebungen in den Ländern konnten konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Situation erarbeitet werden.

Stauffer & Studach Raumentwicklung erarbeitete in einer breit abgestützten Projektgruppe die raumplanerische Auslegeordnung in den verschiedenen Ländern. Die Auslegeordnung umfasste auch einen Vergleich der unterschiedlichen Planungssysteme hinsichtlich der Anwendung spezifischer planerischer Ansätze zur Baulandmobilisierung. Die Berichterstattung beinhaltet weiter eine Stärken- und Schwächenbeurteilung verschiedener Ansätze. Der Bericht wurde zweisprachig und zusätzlich in Form einer Kurzfassung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.